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https://jugendinfoservice.dresden.de/de/fachkraefteportal/service/download/publikationen/fachexpertise-zur-geschlechterreflektierenden-arbeit-mit-jungen-menschen-im-rahmen-des-sgb-viii.php 04.02.2020 14:28:21 Uhr 08.04.2020 07:52:45 Uhr

Fachexpertise zur geschlechterreflektierenden Arbeit mit jungen Menschen im Rahmen des SGB VIII

Die vorliegende Fachexpertise zu geschlechterreflektierender Arbeit ist mehr als ein Leitfaden. Sie ist das Ergebnis eines mehrjährigen Prozesses der Zusammenarbeit von Expert*innen geschlechterreflektierender Bildungsarbeit.

Dieser Prozess begann, da bestehende Fachempfehlungen zur Mädchen- und Jungenarbeit in Sachsen veraltet und unzureichend reflektierend sind und zudem einengende Arbeitsvorschläge beinhalten. Ebenso standen beide Empfehlungen nebeneinander. Im Arbeitsbereich zeigt sich jedoch, dass Mädchen*arbeit, Jungen*arbeit und die Arbeit mit jungen queeren Menschen zwar unterschiedliche Ansätze sind, uns aber die Motivation, die Zielrichtungen und auch die gesellschaftliche Analyse, einen. Insofern ist diese Expertise die Grundlage für eine Überarbeitung bestehender Fachempfehlungen des Freistaates Sachsen.

Wie im Fünften sächsischen Kinder- und Jugendbericht beschrieben, sind Geschlechterrollen ein Indikator für unterschiedliche Chancen in unserer Gesellschaft. Geschlechterreflektierende Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe steht in Bezug zu den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, in denen sie sich bewegt. Sie beschreibt ihre Adressat*innen und bezieht sich auf aktuelle fachliche und politische Diskurse zum Verständnis von Geschlecht und Geschlechterverhältnissen.

Somit handelt es sich sowohl um ein fachliches als auch um ein fachpolitisches Papier. Geschlechterreflektierende Arbeit mit jungen Menschen ist in allen Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe im Sinne des SGB VIII umsetzbar. Dabei sind gemäß § 7 SGB VIII alle jungen Menschen bis zum vollendeten 27. Lebensjahr gemeint, aber auch Personensorgeberechtigte (§ 7,1 Satz 5) und Erziehungsberechtigte (§ 7,1 Satz 6). Im Schwerpunkt findet sie Anwendung in den Angeboten von Kindertagesstätten, der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, der Jugendsozialarbeit sowie im Bereich der Hilfen zu Erziehung und der Bereich ambulanter wie stationärer Hilfen.

Die vorliegende Expertise wendet sich an kommunale und Kreisjugendämter, an Jugendhilfeausschüsse, an freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe und deren Mitarbeiter*innen. Zielgruppen sind politisch Verantwortliche, Leitungskräfte, Praktiker*innen und ehrenamtlich Tätige in der Kinder- und Jugendhilfe.

Das Papier bietet die Grundlage zum Verständnis von geschlechterreflektierender Arbeit in allen Arbeitsbereichen. Die Expertise ist jedoch kein Handbuch, sondern verschafft, ausgehend von der gesellschaftlichen Einbettung der geschlechterreflektierenden Arbeit in gesellschaftliche Kontexte, einen umfassenden Überblick über gesetzliche Grundlagen, Adressat*innen, Ziele und Ansätze der geschlechterreflektierenden Arbeit. Am Ende werden Ableitungen, die wir aus dem vorliegenden Papier, gezogen sowie durch einen Literatur- und Materialteil ergänzt.

Fachbegriffe werden am Ende dieser Expertise in einem Glossar erläutert. Diese erläuterten Begriffe sind jeweils bei erstmaliger Nennung im Fließtext mit einem G gekennzeichnet.

Die herausgebenden Organisationen wünschen allen Pädagog*innen und Interessierten viel Freude und Erfolg beim geschlechterreflektierenden Arbeiten!


Quelle und Herausgeber*innen:

Britta Borrego - Landesarbeitsgemeinschaft Queeres Netzwerk Sachsen
Peter Bienwald - Landesarbeitsgemeinschaft Jungen- und Männerarbeit Sachsen e.V.
Katrin Schröter-Hüttich - Landesarbeitsgemeinschaft Mädchen* und junge Frauen* in Sachsen e.V.

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