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https://jugendinfoservice.dresden.de/de/news/2021/11/sachsens-kinder--und-jugendhilfe-offen-fuer-sexuelle-und-geschlechtliche-vielfalt.php 09.11.2021 09:32:55 Uhr 04.12.2021 15:54:46 Uhr
09.11.2021

Sachsens Kinder- und Jugendhilfe offen für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt - Unsicherheiten bleiben

Die Fachstelle LAG Queeres Netzwerk Sachsen legte die Ergebnisse der von ihnen in Auftrag gegebenen Fachkräftebefragung 2020/21 "Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in der Kinder- und Jugendhilfe in Sachsen" vor.

Zentraler Befund der Studie ist, dass die Mehrheit der befragten Fachkräfte dem Thema sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in der Kinder- und Jugendhilfe grundlegend offen gegenübersteht und Vorurteile und Stereotype gegenüber Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen sowie queeren Menschen (LSBTIQ) entschieden ablehnt. Zugleich zeigt sich aber auch, dass das Thema bisher kaum Einzug in die Strukturen und Angebote der sächsischen Kinder- und Jugendhilfe gefunden hat. Obwohl die Einrichtungen und Angebote weitestgehend als diskriminierungsfrei und vielfaltsoffen bewertet werden, gibt nur die Hälfte der Befragten an, dass junge LSBTIQ deutlich erkennen können, dass sie in der Einrichtung akzeptiert werden. Auch bestehen (Fach-)Wissenslücken, insbesondere im Bereich geschlechtlicher Vielfalt. Gerade in den sächsischen Landkreisen zeigt die Studie einen großen Bedarf an Weiterbildungsangeboten zum Thema, die auf Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe zugeschnitten sind.

Hintergrund: Lesbische, schwule, bisexuelle, trans, inter und queere Kinder und Jugendliche sind durch offenkundige Diskriminierung, Selbstzweifel, Abwertung und Ausgrenzung erhöhten Belastungen ausgesetzt. Im Vergleich zu gleichaltrigen, cis-geschlechtlichen, heterosexuellen Kindern und Jugendlichen sind sie ca. doppelt so häufig von Mobbing betroffen und leiden häufiger an Depressionen und Angststörungen. Das Suizidrisiko ist gegenüber heterosexuellen Gleichaltrigen vier- bis sechsfach erhöht.

Ziel der LAG Queeres Netzwerk Sachsen e.V. war es, mittels einer quantitativen Befragung Erkenntnisse über Kompetenzen, Haltungen und Rahmenbedingungen bei den Fachkräften und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe im Freistaat Sachsen zum Thema sexuelle und geschlechtliche Vielfalt zu gewinnen.

Die vollständigen Ergebnisse der Fachkräftebefragung können kostenfrei als PDF unter www.queeres-netzwerk-sachsen.de heruntergeladen werden.

Quelle und Kontakt:

Britta Borrego

Geschäftsleitende Bildungsreferentin
Fachstelle LAG Queeres Netzwerk Sachsen
Waldschlösschenstraße 24
01099 Dresden
Telefon: 0351–33204696

LAG Queeres Netzwerk Sachsen e.V.
Prießnitzstraße 18
01099 Dresden

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