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https://jugendinfoservice.dresden.de/de/va-kinder/2019/11/jugendprogramm-spurensuche.php 08.11.2019 12:16:32 Uhr 17.11.2019 10:50:19 Uhr

15. Sächsische Jugendgeschichtstage

Regionale Geschichte Sachsens mit den Augen Jugendlicher gesehen

Wie lebte es sich als Mädchen und Frau früher in unserem Ort? Was können Plätze und Häuser in unserer Stadt über ihre Vergangenheit erzählen? Was sind Stolpersteine? Wer waren die Menschen? Was ist ihr Schicksal und ihr Vermächtnis? Wie lebten die Sorben ihre Kultur im Verborgenen während der Zeit des Nationalsozialismus? Das sind nur einige der Fragen aus den zahlreichen Geschichtsprojekten, mit denen sich Jugendliche über acht Monate befasst haben.

Am 21. und 22. November 2019 finden zum 15. Mal die Sächsischen Jugendgeschichtstage im Sächsischen Landtag statt. Die Organisation erfolgt über das Programm „Spurensuche“ der Sächsischen Jugendstiftung in Kooperation mit dem Sächsischen Landtag unter der Schirmherrschaft des Landtagspräsidenten. Mit dem Jugendprogramm „Spurensuche“ wird das zivilgesellschaftliche Engagement junger Menschen in Sachsen unterstützt. Der thematische und inhaltliche Fokus liegt dabei auf dem Erforschen und Erkunden regionaler sowie lokaler, historischer Ereignisse im Rahmen von Jugendprojekten mit hauptsächlich außerschulischer Anbindung. Der Höhepunkt des Programms sind die jährlich ausgerichteten Sächsischen Jugendgeschichtstage.

Von der Erforschung der Mythen und Legenden des Erzgebirges, über die bewegenden Erfahrungen von Frauen früher bis zur Auseinandersetzung mit markanten Görlitzer Orten innerhalb der letzten 30 Jahre reicht die Palette der Geschichtsprojekte. Eine Jugendgruppe erforschte die Geschichte der Migration junger Menschen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Dafür wurde auf Biografien von bekannten Chemnitzer Persönlichkeiten mit Migrationsgeschichte zurückgegriffen, aber auch auf Interviews mit Migrant*innen, welche heute in Chemnitz leben. Jugendliche aus Rochlitz beschäftigten sich mit der Geschichte ihres Schlosses mit dem Ziel, ein Spiel zu entwickeln, mit dem eine Art Zeitreise durch alle Epochen des Schlosses erlebt wird. Dabei sollen die Aufgaben dazu anregen, Geschehnisse zu hinterfragen und mit der heutigen Lebenswelt in Verbindung zu setzen. Eine weitere Gruppe Jugendlicher aus Zwickau hat sich zum Ziel gesetzt, die Geschichte jüdischer Mitbürger des Landkreises zu erforschen, unter besonderen Augenmerk auf die Deportation jüdischer Familien aus Zwickau nach 1938. Dabei sollen auch Parallelen zu heutigen Migrationserfahrungen in den Blick genommen und im aktuellen politischen Kontext betrachtet werden. 

Der Kreativität der Spurensucher*innen war bei der Arbeit an ihren Projekten keine Grenze gesetzt: Es wurden Zeitzeugeninterviews geführt, Archive und Dokumente unter die Lupen genommen, mit regionalen Vereinen und Museen kooperiert, Exkursionen unternommen und die gemachten Entdeckungen sowie gefundenen Schätze mit der (Film)Kamera dokumentiert. Viele der Spurensucher*innen werden mit großem Gepäck anreisen, um ihre entstandenen Ausstellungen, Broschüren, Modelle oder sogar Filme auf den Jugendgeschichtstagen zu präsentieren. 

Die Teilnehmer*innen erwartet spannende zwei Tage in den Räumen, wo sonst tagtägliche politische Entscheidungen getroffen werden. Neben dem Austausch von Erfahrungen und Erlebnissen stehen vielfältige Workshops und eine öffentliche Projektmesse, bei der sich alle 20 Jugendgruppen vorstellen, auf dem Programm. Im diesjährigen Spurensuche-Jahr setzten sich die jungen Spurensucher*innen mit dem Thema „Demokratie“ und demokratischen Prozessen auseinander. Dazu haben Jugendliche in verschiedenen Veranstaltungen miteinander diskutiert. Auch auf den 15. Jugendgeschichtstagen werden wir uns zu diesem Thema austauschen.

Die Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois wird die Jugendlichen zur Projektemesse am 22. November 2019 im Landtag begrüßen. Auch die Referatsleiterin für Kinder und Jugendliche des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz, Frau Schifferdecker sowie die Geschäftsführerin der Sächsischen Jugendstiftung Andrea Büttner werden die jungen Spurensucher*innen willkommen heißen.

Von 10.30-15.30 Uhr sind alle interessierten Menschen herzlich zur Projektmesse eingeladen, um sich selbst ein Bild von den erforschten Schätzen der Jugendgruppen zu machen. Der Eintritt ist frei.

Und so viel vorab: Das Jugendprogramm „Spurensuche" der Sächsischen Jugendstiftung wird auch 2020 Projekte der Jugendgeschichtsarbeit fördern. Teilnehmen können Jugendgruppen aus Sachsen, die hauptsächlich aus 12-18jährigen jungen Menschen bestehen. Das Jugendprogramm richtet sich an Träger der Jugendarbeit. In Ausnahmefällen können Vereine, Kirchgemeinden sowie Stadt- und Gemeindeverwaltungen ebenfalls Projektträger sein. Schulen bzw. deren Fördervereine sind antragsberechtigt, wenn es sich bei dem Vorhaben um ein außerschulisches Projekt handelt. Die Projekte starten am 1. April und enden am 30. November 2020. Über die Auswahl der Förderprojekte entscheidet im März eine Jury. Unterstützt werden die Jugendgruppen mit bis zu 1.250 Euro. Damit können u.a. die Recherchearbeiten, Exkursionen und die Dokumentation der Ergebnisse in Form von Broschüren, Filmen, Fotobänden, Ausstellungen usw. finanziert werden. Anträge können bis zum 29. Februar 2020 gestellt werden. Ausführliche Informationen zum Programm & Reportagen von schon entdeckten spannenden Geschichten stehen auf der Internetseite www.saechsische-jugendstiftung.de/spurensuche bereit.

Das Programm „Spurensuche“ wird durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz und im Rahmen des Landesprogramms „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ gefördert.

Weitere Informationen zu den Jugendgeschichtstagen gibt es auf der Homepage unter: http://www.saechsische-jugendstiftung.de/jugendgeschichtstage


Quelle: Sächsische Jugendstiftung

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